ITT 2015 in Erfurt

Das ITT – Internationales TextinenTreffen – fand dieses Jahr vom 18.-20.09. in Erfurt statt. Direkt vor der Haustür, da konnte ich ja schlecht Nein sagen, auch wenn der Terminkalender schon ziemlich voll war.

Das Netzwerk Texttreff gibt es nun schon über 10 Jahre und verbindet Frauen in Sprachberufen (Lektorinnen, Texterinnen, etc.) hauptsächlich in Deutschland, aber natürlich auch deutschsprachige über die Landesgrenzen hinaus. Ich selbst bin erst seit diesem Jahr dabei. Ganz durch Zufall habe ich im März auf der Buchmesse in Leipzig eine Textine aus Hannover kennengelernt, die mich dann mit zum Stammtisch genommen hat. Nach diesem Abend anregender Gespräche habe ich mich diesem starken Netzwerk angeschlossen.

Da Textinen überall verstreut leben, „kennt“ man sich hauptsächlich als Name bzw. Firmenname unter den Emails und Forenbeiträgen und ich kannte bis jetzt nur diejenigen auch persönlich, die ich zum regionalen Stammtisch getroffen habe. Ironischerweise waren da die beiden Damen aus Zwickau und Schwarzenberg noch nicht dabei — die habe ich jetzt in Erfurt kennenlernen dürfen, zusammen mit noch 30 weiteren Textinen überall aus Deutschland. Sogar eine Textine aus Wien war dabei!

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Erfurt Krämerbrücke – © Andrea Groh

Gemeinsam haben wir das schnuckelig-romantische Flair der Altstadt Erfurts genossen. Ich bin zwar selbst eher ein Kulturbanause, habe mich aber hinreißen lassen, an der Stadtführung teilzunehmen — und wurde positiv überrascht. Die Führung war ganz im Texttinen-Stil mit vielen Redewendungen und alten Sprüchen bzw. Weisheiten. Wie das immer so ist, kann man sich natürlich nur einen Teil davon auch merken, wenn man nichts zu Schreiben dabei hat, aber wenigstens ein bisschen Bildung und Kultur ist hängen geblieben.

Erfurt hat bei uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich bin nur eine der vielen, die sich in diese schöne Altstadt verliebt haben! Und jetzt bin ich schon sehr gespannt, in welchen schönen Ort es uns nächstes Jahr zum ITT verschlagen wird!

xl8 Camp Sayda

Jetzt am Wochenende, vom 1.-3. November, war ich zum ersten Barcamp für Übersetzer in Sayda im hintersten Winkel Sachsens, an der tscheschichen Grenze.

Was ist ein Barcamp?

Im Prinzip ist es wie eine Konferenz, nur mit dem Unterschied, dass es zunächst nur einen Punkt auf der Tagesordnung gibt — nämlich eine Tagesordnung zu erstellen. Alle Anwesenden können entweder Themen vorbringen, zu denen sie etwas vorbereitet haben, oder es wird zunächst nach Themen gesucht, die die Teilnehmer interessieren, und dann findet sich ein Referent oder es wird eine Gruppenarbeit oder einfach eine Gesprächsrunde.

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Was haben wir gemacht?

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Es gab Vorträge zu CAT-Tools und anderen arbeitsrelevanten Themen, gerade im rechtlichen Bereich, außerdem Gesprächsrunden zum sicheren Umgang mit Kunden per Telefon und e-Mail und zu den ganz typischen Problemen von Freiberuflern wie Urlaubsplanung, Krankheit, Mutterschaft, Altersvorsorge, und vieles mehr. Gerade die Berufseinsteiger (wie ich, Arlette und Marlène siehe Photo) konnten von diesem Barcamp sehr viel mitnehmen.

Aber natürlich war uns allen auch der persönliche Aspekt sehr wichtig. Gerade weil das Barcamp eine ungezwungenere Umgebung liefert, konnten wir uns natürlich auch persönlicher austauschen und so nicht nur Anlaufstellen für Fragen und Probleme finden, sondern auch einfach nette Kollegen kennenlernen. Ja, für die meisten sind wir erst Kollegen und dann Konkurrenten, weil sich die Sprachkombinationen und Spezialisierungen, in denen wir arbeiten, selten zu 100% überschneiden.

Es gab auch Sport und Spaß, von Stockbrot über dem Feuerkorb zu Zumba, Tischtennis und Bowling. Ich freue mich, die Kollegen bei sich bietenden Gelegenheiten einmal wiederzutreffen, was für mich wohl vor allem die Stammtische in Leipzig sein werden. =)